Start von aula in der kommunalen Jugendbeteiligung

/ April 10, 2019/ Allgemein, Jugendforen, Neuigkeiten/ 0Kommentare

Am 21. und 22. März 2019 gaben wir unseren ersten Workshop im Projekt “Jugendforen digital” in Berlin. 13 VertreterInnen der kommunalen Jugendbeteiligung aus ganz Deutschland kamen zusammen, um sich für die Arbeit mit der Beteiligungsplattform aula in ihren Jugendforen ausbilden zu lassen.

Diversität bei den beteiligten Jugendforen

Wie bereits in den Focus Groups deutlich wurde, betreuen die TeilnehmerInnen unseres Workshops sehr unterschiedliche Beteiligungsstrukturen. Von projektorientierten, offenen Gruppen bis zum Jugendparlament mit gewählten Mitgliedern und fester Satzung. Von sich gerade aufbauenden Gruppen, über langjährig bestehende Jugendräte – alles ist dabei. Die Diversität der vertretenen Strukturen macht die Zusammenarbeit besonders spannend und ermöglicht es uns ein vielseitig anwendbares Konzept zu entwickeln.

Die TeilnehmerInnen kommen mit sehr ähnlichen Erwartungen und Motivationen nach Berlin. aula soll die Jugendlichen und auch die Jugendforen untereinander vernetzen. So könnte in Zukunft orts- und zeitungebunden und auch in strukturschwachen Landkreisen gemeinsam an Ideen gearbeitet werden. Eine Vision, die ohne digitale Tools nicht denkbar wäre und auf alle Anwesenden sehr motivierend wirkt. Für die Beteiligungspraxis wünschen sich die TeilnehmerInnen, dass aula für verschiedene Zwecke einsetzbar, auch hinsichtlich allgegenwärtiger Fluktuation für alle nutzbar ist und viele Jugendliche erreicht. Das Angebot einer digitalen Plattform kann Interesse wecken, auch indem es Transparenz für die Prozesse und Entscheidungen der Beteiligungsformen schafft.

Wie passt aula zu den Bedürfnissen der Jugendforen?

Bei der Entwicklung einer gemeinsamen Vision für die bestmögliche Beteiligung, denken wir laut unseren Traum von Jugendpartizipation. Es stellt sich schnell heraus, dass die Wünsche der VertreterInnen für ihre Kommunen oftmals mit den Erwartungen an aula verbunden sind. Konsens ist, dass es ein stabiles Netzwerk aus AkteurInnen geben muss, dass viele Jugendliche erreicht, aktiviert und Begegnungsräume schafft, in denen verbindliche Entscheidungen getroffen werden können. Die Jugendlichen sollten hierbei als ExpertInnen für ihren Lebensraum begriffen werden, Freiheiten aufgezeigt sowie Unterstützung angeboten bekommen.

Die “beste Version von Jugendbeteiligung” wird es jedoch niemals geben. Denn zum einen gibt es nicht DIE eine Beteiligung, sondern eine immense Vielfalt an Strukturen, die unterschiedliche Beteiligungsformen und -verfahren vereinen können. Praktizierte Mitbestimmung ist an jeder Stelle individuell anders und von der lokalen Verankerung geprägt.

Integration von aula in bestehende Beteiligungsformen

Für die Entwicklung des Konzeptes benötigt man zwei entscheidende Zutaten. Das Wissen über die verfügbaren Ressourcen der Beteiligungsstruktur und eine formulierte Zielerwartung für den Einsatz von aula, die als Orientierung für weitere Entwicklungsschritte dient. Die Analyse der gegebenen Rahmenbedingungen zeigt den TeilnehmerInnen ihre Möglichkeiten für die Integration von aula auf. Wer koordiniert kontinuierlich den Gesamtprozess? Welche AkteurInnen werden einbezogen und wie lassen sich die Zuständigkeiten sinnvoll verteilen? Wie wird gewährleisten, dass alle Beteiligten einen Zugang zur Plattform bekommen? Es geht hierbei nicht nur um die Einteilung der verfügbaren Ressourcen, sondern um das Management eines ganzheitlichen Veränderungsprozesses.

Die Basis des Konzeptes behandelt die Integration von aula in die praktizierte Beteiligungsform. Hier arbeiteten die TeilnehmerInnen sich ähnelnder Beteiligungsstrukturen zusammen, um sich bestmöglich gegenseitig austauschen und unterstützen zu können. Die erste große Frage war: Wie lassen sich kontinuierliche Verfahren mit dem Einsatz von aula sinnvoll verbinden und welches Ziel wird dabei jeweils verfolgt? Hinsichtlich der verfügbaren Ressourcen, stellten die TeilnehmerInnen dann nach und nach konkrete Handlungsziele für die weitere Arbeit in den Jugendforen auf. aula soll in vielen Jugendforen genutzt werden, um Ideen und Projekte vorzustellen und den Arbeits- und Entwicklungsprozess dieser für alle beteiligten AkteurInnen (Jugendliche, Gremien, Stadtverwaltung, Honorarkräfte etc.) transparent zu machen. Dazu muss ein umfassendes Informations- und Vermittlungsangebot, sowohl in Form von Veranstaltungen, als auch über die Webseite oder soziale Medien, geschaffen werden, um alle Beteiligten ins Boot zu holen.

Im zweiten Teil der Konzeptentwicklung sammelten wir im Rahmen eines World-Cafés Ideen für verschiedene Bereiche der Begleitung von aula. In den Einführungsworkshops sollten eine gemeinsame Zielformulierung und Regeln für den Einsatz von aula erarbeitet werden. Die Präsenztreffen verändern sich durch die Nutzung eines neuen Werkzeugs. aula wird Teil der Tagesordnung und es können neue Formen der Diskussion entstehen, die dann auf der Plattform weitergeführt werden. Wir besprachen außerdem die Aktivierung der Jugendlichen, der Dauerbrenner im Feld Jugendbeteiligung. Mit aula wird es leichter zeit- und ortsungebunden zu partizipieren, die Aktivitäten auf der Plattform müssen jedoch stetig abgebildet und aufgegriffen werden, um zur Nutzung von aula zu aktivieren.

Durch die Expertise unserer TeilnehmerInnen entstand für jedes der besprochenen Themen und ein Pool aus starken Ideen, mit denen weitergearbeitet werden kann.

Wie geht es weiter?

In den nächsten zwei Monaten wird das Projekt auf allen Ebenen angestoßen. Unsere BotschafterInnen werden den beteiligten AkteurInnen das Konzept vorstellen, die Bekanntmachung des Projektes organisieren und den aula-Einführungsworkshop für die Jugendlichen geben. Im August 2019 treffen wir uns erneut in Berlin, um Erfahrungen zu der Arbeit in den Jugendforen auszutauschen und das Konzept weiterzuentwickeln.

Mit der Arbeit mit aula in den Jugendforen beginnt auch unsere gemeinsame Lernreise. Wie wird aula vor Ort angewendet und angenommen, welche strukturellen und koordinatorischen Änderungen müssen auf den Weg gebracht werden, um die Plattform zu nutzen und welche Features braucht es noch, um aula besser nutzbar zu machen? Sicherlich könnt ihr euch vorstellen, wie aufregend diese Zeit für uns alle wird.

Dank einer Förderung des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!, können wir aula mit Jugendforen testen und umsetzen.

Share this Post

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*
*