Interview Edith Stein Freiburg
aula im Schulalltag:
Schüler-Interview Edith-Stein-Schule Freiburg
Ein Interview mit Tümen und Birhat – Abschlussschüler der Edith Stein Schule Freiburg
Die Edith Stein Schule Freiburg hat im November 2024 mit einem großen Fest der Demokratie den aula-Start gefeiert. Es gab Musik, Essen und Getränke sowie tolle Mitmachaktionen. Zu den Schüler*innen, die aula an ihrer Schule mit eingeführt haben, gehören auch Tümen und Birhat.
Wir haben Tümen und Birhat Fragen zu ihrer Zeit mit aula gestellt. Beide waren zum Zeitpunkt des Interviews in der Oberstufe und kurz vor ihrem Abschluss und engagierten sich als Moderatoren im aula-Prozess.
Erinnert ihr euch noch an die ersten „Wilden Ideen“ an eurer Schule?
Tümen: “An dem Tag als aula vorgestellt wurde, war das besondere, dass Dejan und Tobias uns direkt die Wilden Ideen nähergebracht haben. Was wollt ihr an eurer Schule verändern? Wer hat welche Ideen? Und wer würde diese Idee unterstützen? Wir wurden direkt empowert und haben erst mal gemerkt was für Möglichkeiten man mit aula überhaupt hat. Und da waren dann natürlich alle direkt begeistert.
Birhat: “Wir sind ja eine Berufsschule, und anfangs gab es so eher normaleres – zum Beispiel hatten wir uns schon lange eine Tischtennisplatte gewünscht. Es hieß auch immer, dass die Gelder schon da sind. Aber irgendwie hat sich nie jemand darum gekümmert und aula war so eine Chance, die wir genutzt haben, um diese Idee dann auch wirklich umzusetzen.“
Mit der Begeisterung kam aber auch schnell die Frage: Wie sorgt man dafür, dass Beteiligung im Miteinander respektvoll bleibt? Moderieren heißt auch: Regeln, Schutz, Verantwortung
Zum späteren Zeitpunkt habt ihr beide eine Moderator*innen-Rolle übernommen. Wie war eure Erfahrung mit Diskriminierung und Mobbing? Wurde die Plattform dafür missbraucht?
Tümen: “Bei uns gab es oft Moderator*innen Schulungen, wo wir dann erstmal allen das Thema nähergebracht haben. Also wie geht man in so einem Fall überhaupt vor. Dann haben wir auch einen sicheren Testraum geöffnet für Moderator*innen, wo wir in einem Rollenspiel selbst geübt haben. Aber dann mussten wir es im realen Raum eigentlich nicht anwenden. Wir sind ja auch eine Berufsschule. Alle die bei uns ankommen sind ja schon mindestens 15 oder 16 Jahre alt. Viele sind dort für ihre Ausbildung oder machen das Abitur und da habe ich irgendwie das Gefühl gehabt, dass alle erwachsen genug waren und da ein guter Umgang miteinander da ist.“
Spielt es eurer Meinung nach auch eine Rolle, dass man auf der Plattform nicht völlig anonym ist?
Birhat: „Als wir den aula Vertrag gemacht haben, haben wir bereits eine Netiquette geschrieben und, dass die Accounts der Schüler*innen nachvollziehbar sind und, dass ein Fehlverhalten nicht ohne Konsequenzen bleibt. Also wir haben da klare Regeln aufgesetzt, wann es eine Verwarnung gibt und wann sogar auch einen Verweis von der Plattform, so dass dann auch Schluss ist und das auch mit der Person besprochen wird. Aber ich muss sagen, Tümen und ich waren Moderatoren für die Stufen- und Schulweiten Räume und wir hatten keine Nachrichten oder diskriminierende Ideen, oder etwas das gegen unsere Netiquette war.“
Tümen:“Man musste schon irgendwie überlegen bei dem Benutzernamen. Also er besteht ja aus 3 Buchstaben des Nach- und drei Buchstaben des Vornamen. Und da kann man es bei manchen Leuten schon erahnen, wer das ist, aber es ist irgendwo auch schon ein bisschen anonym. Also hinsichtlich der ganzen Schule kann man dann nicht unbedingt erahnen, wer hinter diesem Account steckt.“
Tümen: „Tatsächlich gab es einen Fall der kurz zu Unsicherheit geführt hat. Als Idee stand dort: „Person X soll allen Nachhilfe geben“ und unsere Lehrerin war sich dann nicht sicher, ob diese Person damit gemobbt wird oder die Person einfach eine guter Schülerin ist und es wünschen sich wirklich alle, dass mit dieser Person regelmäßig gelernt wird? Und da haben wir im Projekt-Team darüber diskutiert, wie wir das machen: Wird so ein Kommentar gelöscht? Also haben wir das dann genutzt, um auch allgemein über schwierigere Nachrichten zu diskutieren, bei denen sich manchmal dann auch die Lehrkräfte uneinig waren.“
Für beide zeichnet sich deutlich ab: Beteiligung bedeutet nicht nur „laufen lassen“, sondern immer wieder gemeinsam abwägen – und klare Regeln vereinbaren.
Was war eine Herausforderung bei der Umsetzung von aula?
Birhat: „aula ist ein Instrument, da denken sich manche Lehrkräfte, dass die Schüler*innen ihnen jetzt sicherlich Macht und pädagogische Freiheiten wegnehmen. Das haben wir versucht so zu lösen, dass wir schon direkt beim Vorstellen von aula alle Lehrkräfte mit abgeholt haben. Also zum Beispiel bei der Gesamtkonferenz. Um ihnen auch zu zeigen: Das wird nicht so schlimm, wie ihr es befürchtet. Wir wollten ihnen auch zeigen, dass nun mal an einer Schule doch 90% der Mitglieder Schüler*innen sind und diese sollten doch auch mitbestimmen können, was an ihrer Schule passiert.“
War die Schüler*innen Vertretung vor aula schon bei der Gesamtkonferenz dabei?
Birhat: „Ich bin jetzt seit fünf Jahren an der Schule und seit drei Jahren im Abiturzweig. Und ich muss sagen, dass durch aula sich auch in der SMV (Schüler*innenvertretung) wirklich etwas verändert hat. Ich war von Anfang an schon immer Klassensprecher und motiviert mich einzusetzen. Als Klassensprecher war es so, dass anfangs alles träge war. Ich hab nie etwas davon mitbekommen dass Schüler*innen bei der Gesamtkonferenzen dabei waren oder, dass die Lehrkräfte – Schüler*innen Beziehung, so wie ich mir das gewünscht hätte, abgelaufen ist.
Ich kann es nicht genau sagen, wie es passiert ist, aber seit wir mit aula angefangen haben, hat es wie ein Katalysator gewirkt. Es hat mich selbst auch mehr motiviert, denn ich konnte an meinen Ideen arbeiten, selbstständig. Ich kann alles machen, wie ich es will. Und das hat auch bei anderen dazu geführt, dass Lehrkräfte auch gesehen haben: Hey unsere Schüler*innen können was, und wollen etwas und dann wurden wir auch immer öfter eingeladen unsere Ideen vorzustellen. Auch von der Schulleitung selbst. Unsere Schulleitung hat wirklich durch aula gemerkt, dass die Schüler*innen etwas bewegen wollen. In der Gesamtkonferenz sind Normalerweise dann ja nur Lehrkräfte und ich weiß natürlich nicht genau wie es dort ist, aber ich glaube das war schon auch oft langweilig. Aber wenn wir Schüler*innen mit dabei sind als frische junge Menschen mit Motivation und dann mitsprechen, das hat auch zu Begeisterung bei den Lehrkräften geführt. Und ich würde schon sagen, dass ist durch aula passiert.“
Von der Idee zur Umsetzung
Mit wachsender Beteiligung kommt auch die Frage auf: Was braucht es, damit eine Idee nicht nur gut klingt, sondern auch durch die nächsten Schritte kommt? Und wie können Moderator*innen dazu beitragen?
Birhat: „Also man musste einmal wirklich verstehen, wie der Prozess abläuft, also wilde Idee, Ausarbeitung, Prüfung und Abstimmung und dann hat man es ja eigentlich auch schon. Mir selbst ist es nicht schwer gefallen, die Phasen durchzusetzen.“
Tümen: „Dazu vielleicht noch, wir sind natürlich vom aula-Team und wir haben ja genau verstanden, was es braucht, um eine Idee so zu verfassen, dass sie durch die nächsten Phasen kommt. Natürlich wissen wir, inwiefern wir die Dinge ausarbeiten müssen hinsichtlich Durchführbarkeit, Finanzierung, Umsetzung etc., und das Problem was wir bei anderen Ideen außerhalb des Teams gesehen haben, war, dass dann die Ideen viel unkonkreter formuliert wurden. Wo man dann als Moderator*in nochmal nachhaken musste und Tipps gegeben hat wie z.B.: Hey formulier das vielleicht nochmal besser aus. Denn das hat man sofort in den ersten Prüfungsphasen gemerkt.
Das war ein wichtiger Punkt bei der Moderator*innen-Schulung, den die Moderator*innen nämlich auch als Aufgabe haben, genau darauf aufmerksam zu machen. Sich innerhalb der Klasse auch direkt an die Schüler*innen zu wenden mit Tipps. Im schulweiten Raum haben das die erfahrenen Moderator*innen übernommen, Birhat und ich z.B. auch.
Es kam aber natürlich trotzdem vor, dass manchmal auch Moderator*innen Ideen eine Phase weiter geschoben haben, auch wenn es noch nicht gut ausgearbeitet war und dann kam es halt auch dazu, dass in der Prüfung die Idee abgelehnt wurde mit dem Grund ‚bitte ausformulieren und nochmal machen‘. Also wir glauben, dass das Problem darin liegt, wenn Moderator*innen nicht zu den Schulungen erscheinen. Und dann einfach alles weiterschieben. Also das kann noch besser werden an unserer Schule.“
Birhat: „Am Anfang wurde aula auch als ‚Problem-Melde-Tool‘ verwendet. Also das auf Baustellen oder Defekte hingewiesen wurde. Wenn z.B. ein Fenster in einem Raum nicht ging. Wir haben es dann so mit der Schulleitung besprochen, dass wir, wenn wir so Problem-Hinweise, die leicht zu beheben sind bekommen haben, die dann direkt lösen, ohne dass sie durch die Phasen müssen und den aula-Prozess durchlaufen. So zum Beispiel wenn die Tür in 103 quietscht, dann halt ok gut, das ändern wir direkt.“
Hier wird sichtbar, was Beteiligung auch braucht: Verbindlichkeit im Prozess – und Menschen, die ihn begleiten zum Beispiel im Rahmen der aula Stunde. Die aula-Stunde: Ablauf, Rhythmus, gemeinsame Verantwortung
Wie lief die aula Stunde bei euch ab?
Birhat: “Wir haben bei uns im aula-Vertrag festgelegt, dass einmal pro Monat für 45 Minuten die aula Stunde stattfindet. Und das immer an einem anderen Tag, damit nicht immer die gleiche Stunde bei einer Lehrkraft betroffen ist und das immer gleichzeitig mit allen Schüler*innen.”
Tümen: „Genau, das sollte wechseln so konnten wir direkt die Angst nehmen, dass es halt immer die gleiche Stunde bei einer Lehrkraft trifft. Wir haben am Anfang auch gemeinsam über den Ablauf von aula-Stunden nachgedacht und dann auch bestimmt, dass eben auch Schüler*innen und Moderatorinnen die Stunden gestalten können. Wir hatten nämlich auch oft den Fall, dass Schülerinnen besser über aula Bescheid wussten als manche Lehrkräfte. Und als Input gab es dann immer: Was gibt’s neues allgemein bei aula? Gibt es neue Ideen zur Ausarbeitung, Ideen zur Abstimmung und habt ihr Gesprächsbedarf? Außerdem wollten wir auch die aula-Stunde selbst schon demokratischer gestalten und so haben wir auch vor der aula Stunde schon darüber abgestimmt, wo der Fokus liegt. Sollen Ideen gesammelt oder ausgearbeitet werden? Sollen wir über etwas diskutieren? Oder braucht es Zeit zum Werbung machen? Außerdem hatten wir eine kreative Phase, in der in Gruppen gearbeitet wurde mit einem digitalen Endgerät pro Gruppe. Die Lehrperson sowie die Moderator*innen unterstützen die Gruppen bei ihrer Arbeit. Und das Wichtigste ist, dass am Ende noch Zeit ist, dass die Ideen gesichert sind und auch wirklich gepostet werden und sich auch Zeit genommen wird, um Dinge zu liken. Weil manchmal scheitern Dinge auch, weil alle posten aber keiner liked. Und dann sollte jede Gruppe auch die nächsten Schritte festhalten, also wie daran jetzt weitergearbeitet wird.“
Birhat: „Außerdem einmal pro Monat sind ja nur 12 Stunden pro Jahr – und unser Schulleiter war tatsächlich sehr optimistisch, dass er das unter bekommt. Außerdem wurde es in den offiziellen Schultimer direkt eingetragen, dass auch wirklich alle immer sehen, wann die nächste aula Stunde stattfindet. Dafür waren wir auch total dankbar, dass die Schulleitung da voll auf unserer Seite war.“

Trotzdem bleibt eine Frage, die viele Schulen beschäftigt: Wie wird Beteiligung wirklich breit — und wie bekommen Ideen Unterstützung, damit sie durch den Prozess getragen werden?
Wie bekommen Ideen mehr Unterstützung?
Birhat: „Unsere Herausforderung ist auch immer noch, dass mehr Schüler*innen aktiv auf der App werden. Und wie bekommen Ideen mehr Likes? Es ist ein bisschen die Frage nach der Werbung. Aber hier braucht es noch weiter gute Ideen. Aber wir beobachten schon auch, dass regelmäßige Events wichtig sind. Immer wenn etwas an der Schule stattfindet, versuchen wir es mit aula zu verknüpfen. Das ist schon wichtig und hilft auch. Und wer versuchen immer regelmäßig die Schüler*innen an aula zu erinnern, aber dafür braucht es ein starkes aula-Team an der Schule mit motivierten Menschen.“
Tümen: „Sie schauen halt in der Freizeit nicht kurz mal auf die aula App – sie müssen schon aktiv darauf hingewiesen werden, z.B. in der aula-Stunde. Obwohl es ja eigentlich relativ praktisch ist. Aber was ich bei uns gut finde, ist, dass es sich etabliert hat, dass wenn z.B. eine Person etwas verändern möchte oder eine Idee hat, dass die Lehrkräfte dann sagen – hey schreib das doch in die aula app! Oder ah, dass kannst du doch mit aula umsetzen.“
Nachwuchs fürs aula-Team: Was bleibt, wenn Engagierte gehen?
Wie findet ihr Nachwuchs für das aula-Team?
Birhat: „Ich möchte ehrlich sein, dass ist gerade bei uns an der Schule und besonders für uns gerade, so kurz vor dem Abschluss, die größte Herausforderung. Wenn ich aula an unserer Schule anschaue, dann sind da viele aktive Schüler*innen tatsächlich aus unserer Klasse. Und wenn man sich fragt, woran das jetzt gerade so liegt, dann wahrscheinlich, weil Tümen und ich wahnsinnig viel Werbung für aula machen. Und wir wollen es schaffen, dass mehr Schüler*innen darüber hinaus aktiv werden. Wie schaffen wir es mehr Schüler*innen zu motiveren? So, dass sie wirklich anfangen dafür zu brennen, denn Demokratie ist ein ehrlich wichtiges Ding. Das willst du eigentlich erleben.”
Tümen: „Natürlich ist bei uns auch das Problem, wir sind eine Berufsschule. Das bedeutet es sind nicht immer alle da. Es gibt viele die wegen der Ausbildung nur blockweise in der Schule sind und sich dadurch halt weniger engagieren und glauben, dass es für sie ja gar nichts bringt, da sie nur so wenig in der Schule sind. Wir haben auch die sozialpädagogischen Assistent*innen bei uns an der Schule, die sind auch einmal in der Woche im Betrieb – und das führt halt dazu, dass es schwierig wird als Gruppe, Termine für aula-Meetings zu finden. Deshalb besteht die Gruppe oft nur aus Schüler*innen, die immer an der Schule sind.“
Tümen: „Also aus Spaß haben Lehrkräfte auch gesagt, dass sie uns sonst durchfallen lassen, damit wir für aula bleiben, wenn wir keinen Nachwuchs finden.“ [beide lachen]
Birhat: „Im Sommer veranstalten wir ein Tischtennisturnier und da haben wir ein aula-Werbetag. Da machen wir ein großes Turnier, dass wirklich alle Schüler*innen auch vor Ort sind und wir versuchen an dem Tag Schüler*innen in unser Team zu bringen.“
Tümen: „Als Aktion haben wir auch geplant, dass jeder der am letzten aula Meeting teilnimmt eine weitere Person mitbringen muss. Die dann hoffentlich joined.“
Birhat: „Ich bin davon überzeugt, dass es auch nach uns weiterläuft. Das Demokratiedenken ist wichtig, und das merken ja auch viele der anderen Schüler*innen. Wenn sich neue Schüler*innen unsere Schule angeschaut haben, am Tag der Offenen Tür, dann haben wir ihnen auch immer aula vorgestellt, und sie waren davon auch alle begeistert. Ich denke, wenn wir von Anfang an den neuen Schüler*innen aula zeigen und erklären, weil viele kennen das ja vorher nicht, und denen direkt die Möglichkeit geben mitzumachen, und dabei zu sein, dann haben viele ja auch drei Jahre Zeit etwas mitzugestalten. Ich glaube dann kriegt man das ehrlich hin.“
Zum Abschluss haben wir die beiden gefragt, was sie persönlich aus der Zeit im aula-Team mitnehmen — und was davon über den Schulalltag hinaus bleibt.
Lernen fürs Leben – Was bleibt persönlich?
Tümen: Ich find es eigentlich ganz interessant, also im aula Team und dann auch so allgemein, mit den Lehrkräften zu kommunizieren. Denn es war immer so eine Hierarchie da, zwischen dem Lehrer*innen-Schüler*innen Verhältnis und jetzt, also vor allem im aula Team, aber auch dann später hat sich das auch auf die SMV-Arbeit übertragen, dass wir untereinander uns alle geduzt haben, damit wir auf Augenhöhe sind. Das ist eine Sache die wir aus den vielen Barcamps auch mitgenommen haben. Durch aula sind wir oft auch bei Netzwerktreffen gewesen. Und haben so an anderen Orten aula erklärt und vorgestellt, und mussten auch mit Skeptikern umgehen lernen. Dabei haben wir viel gelernt auf Augenhöhe zu kommunizieren und auch Präsentationen und Barcamp-Sessions zu halten.
Ein Highlight war auch definitiv, dass dadurch, dass wir so viel Praxis hatten, unsere Präsentationen immer besser wurden. Wir waren auch an einer anderen Schule und haben uns für die Präsentation einfach direkt deren Leitbild genommen und ihnen daran gezeigt, dass sie ja viel über Demokratie reden – aber dass sie es mit aula dann auch konkret umsetzen können.”
Birhat: „Ich sehe es bei mir und auch bei anderen aus der Klasse, wir sind engagierter geworden, auch für andere Themen aus dem Leben. Ich kann mir vorstellen auch nach der Schule etwas nebenbei für die Gesellschaft zu tun. Vor allem für die demokratische Teilhabe.
Durch aula habe ich erfahren, wie viel Vertrauen Lehrkräfte einem schenken können – das hätte ich vorher nicht gedacht! Ich war zwar schon Klassensprecher, aber die Art, wie durch aula das Vertrauen in mich gewachsen ist, war für mich völlig neu. Im Nachhinein finde ich es krass: Wir durften unsere Schule auf Veranstaltungen repräsentieren! Heute halte ich selbstbewusst Präsentationen – auch vor fremden Lehrkräften und Schüler*innen.“
Tümen: „Es war auch krass! Wir wurden zu einem ausschließlich für Lehrkräfte gedachten Barcamp eingeladen und durften dort unsere Schule vorstellen.”
Tümen: „aula hat auch dazu geführt, dass wir auch andere Dinge in die Hand genommen haben. Zum Beispiel wollten wir eine Weihnachtsfeier mit Waffelverkauf und gemeinsamen Singen, aber die Lehrerin war dann irgendwie immer nicht da, und es ging nicht voran. Und dann hatten wir erst Angst, dass es deshalb ausfällt. Aber wir waren dann so empowert, dass wir alles ohne sie arrangiert haben. Ich habe dann einfach meine Ukulele mitgenommen und wir haben dann trotzdem alles gemacht. Wir haben dann Waffeln und Punsch verkauft und das eigenständig vor den Ferien umgesetzt. Ich weiß nicht, ob ohne die Erfahrung von aula, wir das so trotzdem getan hätten.“
Birhat: „aula ist da, damit Schüler*innen Demokratie erleben und zeigt einem wirklich wie Demokratie funktioniert. Denn es ist ja nicht so: Man wünscht sich die Tischtennisplatte und dann ist sie da. Es ist nicht alles einfach, sondern man muss dafür kämpfen, mit der Schulleitung sprechen, Argumente liefern, Mitbefürwörter*innen finden, darüber diskutieren und verhandeln können, und dadurch lernt man die Prinzipien von demokratischem Handeln.“
Danke an Tümen und Birhat für die Offenheit, euer Engagement während euer Schulzeit und die vielen konkreten Einblicke — und an die Edith-Stein-Schule dafür, dass Schüler*innen dort Verantwortung übernehmen können und Beteiligung im Alltag Raum bekommt.
Erfahren mehr über den aula-Einsatz an der Edith-Stein-Schule Freiburg – direkt auf der offiziellen Schulwebsite.
Hinweis: Das Interview wurde redaktionell überarbeitet und ist ein Ausschnitt aus einem aufgezeichneten Gespräch das über Videocall, dass durch das aula Team transkribiert und redigiert wurde. Fotoquelle: https://www.ests-freiburg.de/images/inhaltsbilder/schulleben/aula/Barcamp/20240701_BarcampI.jpeg
Wenn du dir vorstellen kannst, solche Strukturen auch an deiner Schule zu stärken, melde dich gern bei uns: Wir teilen Erfahrungen, Materialien und nächste Schritte, wie Beteiligung nicht nur möglich, sondern verlässlich wird. 💚🦉
Ein Jahr mit aula – Erkenntnisse eines Lehrers
Letztes Schuljahr durfte ich auf einigen Veranstaltungen das aula-Projekt vorstellen und bewerben. Zu dieser Zeit bezog ich mich hauptsächlich auf Konzept und Theorie, weil mir kaum Erfahrungswerte aus der Praxis vorlagen, von denen ich hätte berichten können. Das möchte ich mit ein paar rückblickenden Betrachtungen nachholen, auch weil ich es Leuten versprach, die alles rund um aula über soziale Netzwerke verfolgen.
AULA ≠ SOCIAL MEDIA
Theoretisch ist aula ein soziales Netzwerk. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es hier manche Hürden zu überwinden gilt. Man hat zwar eine eigene Profilseite, kann Beiträge posten, liken und kommentieren. Nur dass…
…die Profilseite keine Rolle spielt.
…es dazu (noch) keine App und Push-Benachrichtigungen gibt.
…es kein offenes soziales Netzwerk ist.
…es vorher nicht Bestandteil des Schüleralltags war und von außen eingeführt wurde (Die Entwicklung einer Plattform mit der jeweiligen Schülerschaft hätte sicher zu mehr Akzeptanz geführt, aber auch den zeitlichen und finanziellen Rahmen des Projekts gesprengt.)
Weil aula nicht allen Mechanismen von sozialen Netzwerken unterliegt, muss man an einigen Stellen mehr Energie investieren. Dass Social Media (gedanklich aus Schülersicht) normalerweise nichts mit Schule zu tun hat, mag auch einen Teil zu der einen oder anderen Startschwierigkeit beigetragen haben. Natürlich stellen weder Attraktivität noch Akzeptanz von Instagram & Co kein realistisches Ziel dar. Dass aula aber mehr als ein Mal die Woche im Schulalltag stattfindet, müsste aber möglich sein. Die Entwicklung einer App für iOS und Android konnte bisher aus Kostengründen leider (noch) nicht umgesetzt werden.
EIN JAHR IST KEIN JAHR
Ein Jahr mit aula war eigentlich gar kein Jahr mit aula. Zu Beginn musste z.B. ein aula-Vertrag ausgearbeitet werden, der erst nach dem Beschluss in der Schulkonferenz (bestehend aus jeweils vier Vertreter_innen der Schülerschaft, des Kollegiums und der Eltern) in Kraft treten konnte. Das war bei uns nicht vor dem 28. November möglich. Somit stand Weihnachten schon vor der Tür und erschwerte einen schwungvollen Einstieg. Aula ist nicht nur ein Projekt, das man nebenher abhandeln kann. Es geht um ein grundlegend verändertes Verständnis von Partizipation. So eine gravierende Veränderung benötigt viel Zeit, Kraft und Kontinuität. Im alltäglichen Schulbetrieb stellt das alle vor nicht zu unterschätzende Herausforderungen. Deshalb darf aula nicht die Angelegenheit einer Person oder Gruppe sein, sondern sollte von allen Schultern im System Schule getragen werden. Ein ambitioniertes und langfristiges Ziel, würde ich heute sagen. Ob in den monatlichen Schülerratssitzungen, Stufenversammlungen oder in Lehrerkonferenzen sollte aula ein fester Bestandteil sein und immer wieder reflektiert werden. Ein Umdenken kann nur gelingen, wenn die aula-Stunden nicht nur stattfinden, sondern auch gezielt genutzt werden, um Mitbestimmung in all seinen Facetten zu lernen und zu üben. Es genügt nicht, “nur“ partizipative Elemente zur Verfügung zu stellen und darauf zu verweisen.

Über den Autor:
Dejan Mihajlovic
Dejan Mihajlovic ist Lehrer an der Pestalozzi-Realschule Freiburg, die seit dem Schuljahr 2016/17 das Projekt aula für uns testet. Zusätzlich arbeitet er als Fachberater für Schul- und Unterrichtsentwicklung beim Staatlichen Schulamt und als SMV-Beauftragter beim Regierungspräsidium.
Auf seinem Blog mihajlovicfreiburg.com schreibt er außerdem über zeitgemäße Bildung
Ideen für zeitgemäßen Unterricht: Der "Smartphone-Tag" in Freiburg
An einem Dienstag Anfang Juli ist das Smartphone an der Freiburger Realschule interaktives Schulbuch, Kamera, Aufnahmegerät, Taschenrechner, Pulsmesser, Kalorienzähler, WLAN-Router, und vieles mehr. Es inspiriert SchülerInnen und Lehrende zu kollaborativem und kreativem Arbeiten und erweitert (bei stabilem WLAN) das Spektrum der Interaktionen zwischen Lehrenden und SchülerInnen um ein Vielfaches.
Bei der Beobachtung all dieser vielseitigen Möglichkeiten in verschiedener Unterrichtsstunden kommt man nicht an der Frage vorbei: Warum ist eigentlich nicht jeden Tag Smartphone-Tag?
Kollaboratives Arbeiten zwischen allen Beteiligten
Besonders beeindruckend ist, wie sehr der Smartphone-Tag SchülerInnen, Lehrende und externe Menschen dazu animiert hat, zusammenzuarbeiten. Zunächst haben die SchülerInnen die Durchführung dieses Tages selbst beschlossen. Dazu brauchte es im Vorfeld einiges an Abstimmung der SchülerInnen untereinander. Via aula haben sie miteinander und gemeinsam mit Lehrenden diskutiert, ob und wie es Sinn macht, einen solchen Tag durchzuführen. In den 13 Verbesserungsvorschlägen zu der Idee auf der aula-Plattform der Schule, wiesen insbesondere die SchülerInnen darauf hin, dass für einen solchen WLAN-Tag stabiles Internet wichtig ist.
“Das ist eine gute Idee aber, falls es öfters gemacht werden soll sollte die schule aber auch nur dafür gratis „Internet“ geben, denn wenn es zb. 2 – 3 in der Woche stattfindet geht ja das Datenvolumen leer oder andere haben zb. gar kein Datenvolumen mehr.”
Die konkrete inhaltliche Ausgestaltung des Tages wurde dann teils kollaborativ im Kollegium, teils in direkter Absprache zwischen LehrerInnen und SchülerInnen geplant. Bemerkenswert war außerdem der Input an weiteren Ideen, der über ein öffentliches Pad zustande kam. Die Bitte um Mitarbeit, die der SMV- Beauftragte und Chemielehrer Dejan Mihajlovic über verschiedene soziale Netzwerke verbreitet hatte, wurde nicht nur vielfach geteilt, sondern brachte auch einige interessante Anregungen hervor.
Schulen brauchen Unterstützung
Schulen brauchen außerdem dringend Unterstützung bei der Nutzung digitaler Technologien im Unterricht, wie Schulleiter Carlos Santos-Nunier im Interview erläutert. Um im täglichen Schulbetrieb gute Unterrichtspraxis sowie die nachhaltige Einführung digitaler Medien zu gewährleisten, sind technische und personelle Ressourcen notwendig. Bei der Aufstockung technischer Ressourcen geht es um WLAN und die technische Ausstattung der SchülerInnen. Die vielen kleinen Behelfskonstruktionen, bestehend aus mobilen Routern, Hotspots und dem Datenvolumen der SchülerInnen können für einen Tag Abhilfe schaffen, sind aber keine Dauerlösung.
Dazu kommt die Frage um Sinn und Unsinn von BYOD. Denn bereits in den wenigen Stunden des Smartphone-Tages werden einige Grundprobleme in der Nutzung von Eigengeräten offensichtlich: Nicht jeder und jede hat ein Smartphone und die vorhandenen Geräte sind unterschiedlich arbeitsfähig.
Social Media im Unterricht: Grenzen durch Gesetze
Eine weitere Diskussion, die im und neben dem Smartphone-Tag immer wieder auftaucht, ist die Frage nach der gesetzlichen Grenze der digitalen Kommunikation zwischen SchülerInnen und LehrerInnen. In Baden Württemberg ist es bereits seit 2013 für Lehrende verboten, mit ihren SchülerInnen über Social Media zu kommunizieren. Gestattet ist die Nutzung lediglich dazu, die Funktionsweise, Vor-, Nachteile und Risiken „pädagogisch aufzuarbeiten“. Auch hier stellt sich die drängende Frage nach Sinn und Nutzen dieser Regelung. Digitale Arbeitsmaterialien und Aufgaben müssen irgendwie bearbeitet und verbreitet werden. Sich in Kommunikation und Datenaustausch nur auf Email und USB-Sticks zu verlassen ist nicht nur unpraktisch sondern
geht völlig an der Lebensrealität von SchülerInnen wie auch immer mehr Lehrenden vorbei.
Das Thema bewegt die Öffentlichkeit
Nicht zuletzt zeigt der Smartphone Tag auch ein wachsendes Interesse der Öffentlichkeit an “Digitale Medien” in der Schule. Neben dem SWR Radio, das bereits zeitnah einen kurzen Beitrag über den Smartphone-Tag veröffentlicht hat, begleitete eine Redakteurin der Badischen Zeitung die Vorgänge des Tages intensiv (Der Bericht wird am 21. 7. veröffentlicht).
Das lässt hoffen, dass auch vermehrt politische EntscheiderInnen erreicht und davon überzeugt werden, Schulen die Ressourcen für einen zeitgemäßen Unterricht bereitzustellen.
Auf dem Gang neben dem “Lozzi-Café” werden Rap Videos gedreht, vor dem Chemie-Raum entsteht eine Snapchat- Story, neben der Sporthalle blitzen die Displays einer Gruppe ungeduldiger SchülerInnen, die endlich loslaufen wollen. Es ist Smartphone-Tag an der Pestalozzi-Realschule Freiburg. Die Idee, einen ganzen Tag lang in jeder Unterrichtsstunde mit dem Smartphone zu arbeiten, wurde von den SchülerInnen mittels “aula” diskutiert und mehrheitlich beschlossen. Das aula-Team war vor Ort, um sich so viele Stunden wie möglich anzuschauen und mit Lehrenden und SchülerInnen über ihre Eindrücke und Erfahrungen zu sprechen.
aula Crowdfunding gestartet
Worum geht es?
Schule ist mehr als Mathe und Deutsch. Mit aula könne SchülerInnen eigene Ideen zur Gestaltung ihrer Schule verwirklichen und so demokratische Beteiligung direkt erfahren. Vier mutige Schulen in Hamburg, Jena, Nottuln und Freiburg sind aktuell dabei aula in ihren Schulalltag zu integrieren und dabei wollen wir ihnen helfen! Damit die SchülerInnen den Erfolg einer Idee vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung erleben zu können, sollen sie ein eigenes Budget bekommen. Dafür brauchen wir Eure Unterstützung!
Wie funktioniert es?
Auf www.gemeinschaftscrowd.de hat jede Schule ihre eigene Crowdfunding- Seite. Jeder Euro, den Ihr spendet, wird freundlicherweise von der Stiftung GLS Treuhand bis insgesamt 3000 Euro gematcht, das heißt: verdoppelt. Alles was darüber hinaus durch Euch zusammenkommt ist natürlich ebenfalls sehr willkommen! 100% der gespendeten Summe geht dann direkt an die SchülerInnen der jeweiligen Schule.

Ihr wollt direkt zum Crowdfunding einer Schule?
Das Crowdfunding der Stadtteilschule am Hafen in Hamburg findet ihr hier.
Das Crowdfunding der Jenaplanschule in Jena findet ihr hier.
Das Crowdfunding des Gymnasiums in Nottuln findet ihr hier
Das Crowdfunding der Pestalozzi-Schule Freiburg findet ihr hier.
Einführung von aula in Freiburg
Im September und Oktober ist das aula Projekt auch an der Pestalozzi-Realschule in Freiburg angelaufen. „All-In“ heißt es an unserer südlichsten Pilotschule, denn hier ist die komplette Schule dabei. Von der 5. bis zur 10. Klasse – über 250 Schülerinnen und Schüler nehmen damit in Freiburg am Projekt aula teil. Die aula-Einführung dauerte deshalb in Freiburg etwas länger.
In zahlreichen Workshops über mehrere Tage hinweg besuchten Alexa Schaegner und Daniel Schumacher jede einzelne Klasse. Sie gaben jeweils in einer Doppelstunde am Anfang einen kurzen Einblick in die Theorie. Anhand kleinerer Beispiele und einem Gedankenspiel erörterten Alexa und Daniel die Bedeutung von Demokratie und (Schüler-)Mitbestimmung. Im Mittelpunkt der Einführungsworkshops stand die praktische Arbeit mit der Software. Nachdem sich alle Schülerinnen und Schüler das erste Mal eingeloggt hatten, konnten sie erste Ideen auf der Plattform einstellen.
Die Ideen reichten von einem „Snackautomaten“ über einen neuen Fußballplatz bis hin zur Handynutzung im Unterricht. Interessant war die Vielfalt der Ideen und gleichzeitig die Homogenität, die einige Vorschläge von der 5. bis zur 10. Klasse aufweisten. Die Plattform kam bei den Jugendlichen sehr gut an, durch die einfache Handhabung konnten die Schülerinnen und Schüler die meisten Funktionen selbst entdecken.
Nach den Einführungsveranstaltungen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern verschiedene Entwürfe für den aula-Vertrag, welcher die Rahmenbedingungen für das Projekt setzt. Die Schulleitung in Freiburg unter Rektor Carlos Santos-Nunier entschied sich für den am weitesten gefassten Entwurf, sodass die Schülerschaft über viele Dinge auf aula entscheiden kann. Am 29. November startete aula in Freiburg mit einer offiziellen Auftaktveranstaltung. Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung erhoffen sich einiges vom Projekt. Einige Gedanken formuliert Verbindungslehrer Dejan Mihajlović im Video:
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Wenn ihr mehr zum Start von aula in Freiburg wissen möchtet, könnt ihr auch den Blogpost von Dejan Mihajlović hierlesen.
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aula Pilotschulen stehen fest
Die Aula Pilotschulen sind bunt gemischt, kommen aus verschiedenen Bundesländern, haben unterschiedliche Schulformen und pädagogische Schwerpunkte und stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die Aula-Pilotschulen im Überblick:
assenstufe 13. Die JPS folgt dem Leitgedanken einer offenen Schule mit Schulstrukturen und Unterrichtsinhalten, die Räume für individuelles und spontanes Lernen ermöglichen. Der Unterricht ist jahrgangsübergreifend, fächerübergreifend und projektorientiert organisiert. Das Konzept der JPS beruht auf den Ideen des Pädagogen Peter Petersen, der bereits 1923 den Jenaplan entwickelte. 1991 wurden seine Ideen für das pädagogische Konzept der JPS wiederentdeckt und weiterentwickelt. 2006 wurde die JPS als erste Schule mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet.
Stadtteilschule am Hafen, Hamburg
Die Stadtteilschule am Hafen liegt im Zentrum Hamburgs und ist ein lebendiges Beispiel für eine Schule zwischen interkultureller Kompetenz und Herausforderungen. In der Stadtteilschule lernen Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen kulturellen Hintergründen und Sprachen gemeinsam. Leistungsschwächere Kinder werden genauso wie Leistungsstärkere gezielt gefördert und gefordert. Die Schulform „Stadtteilschule“ ist aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Aufbaugymnasien hervorgegangen. Sie ist eine Alternative zum Gymnasium und bietet alle Schulabschlüsse bis zum Abitur, das identisch mit dem Abschluss am Gymnasium ist. Die Stadtteilschule am Hafen wird Aula zunächst nur für die gymnasiale Oberstufe einsetzen.
Pestalozzi Realschule, Freiburg
Die Pestalozzi-Schule ist eine familiär geprägte Schule in übersichtlicher Größe, die das Lernen mit Kopf, Herz und Hand lebt. Als weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt (WSB-Schule) legt die Schule besonderen Wert auf die Vermittlung einer gesunden und ausgewogenen Lebensweise. Schüler und Schülerinnen werden in ihrer Eigenverantwortung und Persönlichkeit gefördert und gestärkt. Darüber sind außerschulische Partner wie soziale Einrichtungen und Unternehmen in das Schulleben eingebunden und bereichern das berufsorientierte Lernangebot. Die Pestalozzi Realschule ist außerdem Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und engagiert sich aktiv für Zivilcourage und gegen Diskriminierung.
Das Gymnasium Nottuln ist ein Gymnasium für die Jahrgänge 5 bis 12 im ländlichen Raum in der Nähe von Münster, NRW. Die Schule legt dabei Wert auf Leistung und individuelle Begabungen, auf Sozialkompetenz sowie auf Effizienz und hohe Qualität, und hat dabei den Wettbewerb und internationale Orientierung im Blick. Neben der Vorbereitung auf ein Hochschulstudium oder eine qualifizierte Berufsausbildung, hat das Gymnasium insbesondere die Entwicklung einer breitgefächerten Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum „mündigen Menschen“ im Fokus. 2008 wurde das Gymnasium Nottuln mit dem Zertifikat „Schule der Zukunft“ für mehrere Projekte in puncto nachhaltige Entwicklung, Partizipation, Integration und Vernetzung ausgezeichnet. Am Gymnasium Nottuln wird aula im Gegesatz zu den anderen Schulen nicht verbindlich von allen Klassen, sondern auf freiwilliger Basis von einigen LehrerInnen und ihren Lerngruppen erprobt werden. Auf diese Weise wollen wir testen, wie sich das System dezentral in einen Schulalltag integrieren kann.




