Mensch öffnet einen Briefumschlag, dort ist eine Urkunde mit dem Titel: Geschenk:Urkunde

Spende als Geschenk: Demokratiebildung für Kinder – Dein sinnvolles Weihnachtsgeschenk

Hallo lieber Mensch, du suchst ein besonderes Geschenk, das nicht nur Freude macht, sondern auch etwas verändert? 🎁

In der besinnlichen Jahresendzeit fragst du dich vielleicht: Was bleibt wirklich, wenn die Lichterketten erlöschen? Eine Geschenk-Spende an aula – das ist dein Geschenk mit bleibender Wirkung. Du stärkst damit Demokratiebildung in Schulen und schenkst Kindern echte Selbstwirksamkeit: Sie lernen, gehört zu werden, Ideen einzubringen und mitzugestalten.

Warum deine Spende Demokratiebildung verändert

  • Für Schüler*innen: Sie erleben Mitbestimmung im Schulalltag – von der Grundschule an.

  • Langfristig wirksam: Du förderst resiliente Gestalter*innen von morgen.

  • Einfach & herzlich: Dein Beitrag erreicht mehr Schulen 2026.

So schenkst du Demokratiebildung –

in 3 Schritten

  1. Spende jetzt unter www.aula.de/spenden

  2. Lade deine personalisierbare Geschenk-Urkunde direkt hier herunter (PDF).💡 Hinweis: Die Urkunde dient als herzliches Geschenk – sie gilt nicht als steuerlicher Nachweis. Den erhaltst du als Spender*in von uns per E-Mail.

  3. Drucke sie liebevoll aus, falte sie elegant und überreiche sie deinem Herzensmenschen. 🦉💚

Du machst Schenken sinnvoll – für Kinder, Schulen und Demokratie.
Die Schüler*innen von heute sind die Gestalter*innen von morgen. 💪

👉 Jetzt spenden und Urkunde herunterladen
www.aula.de/spenden

Deine Stimme. Deine Bildung. Unsere Zukunft

Deine Stimme. Deine Bildung. Unsere Zukunft

Visionen für die Bildung von Morgen.

Aktion zum Internationalen Tag der Bildung am 24.01.2026

Für Schüler*innen

Wir glauben: Ihr wisst genau, was euch fehlt, damit Schule ein besserer Lernort wird.

Sprecht euch mit euren Mitschüler*innen ab oder beantwortet die Frage allein:
👉 Was muss sich an deiner Schule ändern, damit Lernen mehr Freude macht?

So könnt ihr mitmachen:

📷 Schickt ein Foto eures Plakats an: info@aula.de


📢 Teilt die Aktion in eurer Schule – denn:
Je mehr Stimmen, desto besser!

mach mit!

aula.limesurvey.net/deine-Stimme

Für alle, die an einer Schule arbeiten

Wir wollen hinhören.
Wir möchten wissen, was Schüler*innen an ihrer aktuellen Situation in der Schule ändern wollen, welche Erwartungen sie haben und welche Ideen und Wünsche sie für die Zukunft mitbringen.

Deshalb stellen wir die zentrale Frage:
Was muss sich an deiner Schule ändern, damit Lernen mehr Freude macht?

Diese Frage können Schüler*innen gemeinsam oder allein beantworten:

🗓 Bis Mitte Januar sammeln wir alle Antworten.
Bitte schickt ein Foto der ausgefüllten Plakate an: info@aula.de

Am 24. Januar veröffentlichen wir die Ergebnisse gesammelt und anonym – um sichtbar zu machen, was Schüler*innen wirklich brauchen.

Hinweis:
Aus organisatorischen Gründen werden wir Die Antworten Clustern und eine Auswahl der eingereichten Beiträge treffen. Die Veröffentlichung erfolgt gesammelt und anonym. Antworten können bis zum 17. Januar eingereicht werden.

Danke, dass ihr eure Stimme mit uns teilt –
denn: Eure Meinung zählt.


Schule im gewohnten Takt

Routine, Stundenplan, feste Abläufe –

und ein Blick auf Jannis’ Erfahrung mit aula

Wenn Schülerinnen morgens die Schule betreten, wissen sie ziemlich genau, was sie erwartet. Klar, denn schließlich ist alles vorgegeben und schon immer in seinen festen Strukturen – der Stundenplan steht, die Pausenzeiten läuten zum Gewohnten Moment und die Fächer und ihre Inhalte sind gesetzt. “So war das halt schon immer”, betitelt es manch einer. Diese Erfahrung hat auch Jannis gemacht. Er war bis vor kurzem Schüler an einer aula Schule und ist heute Praktikant bei uns im aula Team.

Vom Mitreden zum Mitgestalten

Jannis gibt uns heute einen Einblick aus seiner Zeit als aula Schüler. Denn er durfte erleben, dass es auch anders geht – und wie das oft bemühte ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘ hinterfragt und verändert wurde. Unser Ziel bei aula ist es, dass die Belange von Schülerinnen durch aula sichtbar, aber vor allem auch gehört und verbessert werden. Das Schüler*innen in diesen Prozess auch beteiligt werden und Selbstwirkamkeitserfahrungen machen. An der Schule von Jannis ist das durch die Anschaffung von Menstruationsprodukten auf den FLINTA Toiletten passiert. Doch das ging nicht von heute auf Morgen, auch wenn der Bedarf sichtbar vorhanden war.

Vor der Einführung brauchte es vor allem eine Mehrheit für die Idee und so manche nicht betroffenen Mitschüler*innen mussten erst einmal überzeugt werden. Das bedeutete viele persönliche Gespräche, Klassendiskussionen, Plakate, Aufrufen in Chatgruppen und auf Social Media. Heute weiß Jannis, dass es später funktioniert hat, auch wenn er zwischendurch nicht sicher war, ob die Idee nicht vielleicht auch scheitern könnte. Es war ein langwieriger Weg bis aus dieser scheinbar wilden Idee Realität wurde. Doch der Einsatz hat sich gelohnt.

Was es braucht, damit gute Ideen Realität werden

“Für die Umsetzung brauchte es neben der Überzeugungsarbeit auch viele praktische Überlegungen im Vorfeld. Wer bezahlt eigentlich die Periodenprodukte, wer füllt sie nach und wer besorgt sie? Wie entwickeln wir dafür einen Workflow? All diese Gedanken mussten wir uns als Schülerinnen vorher bewusst machen und versuchen zu beantworten, bevor Menstruationsprodukte kostenlos bei uns an der Schule eingeführt werden konnten."

Jannis hat in diesen Prozess selbst erlebt: Demokratie ist Arbeit und seine wilde Idee zu verteidigen, kann auch mühevollsein. Gerade in der Diskussion Phase wurde einerseits sichtbar, dass einiges an Energie gegeben werden muss um ans Ziel zu kommen, aber auch, dass sich der Einsatz lohnt, weil Dinge wirklich verbessert wurden. Für Jannis steht aula für: Wandel beginnt bei mir selbst. Veränderungen passieren nicht von allein – sie brauchen Menschen, die sich engagieren und andere mitnehmen.

Demokratie lernen, Zukunft gestalten – auch über die Schulzeit hinaus

👉Wer dieses Demokratieverständis in der Schule verinnerlicht, ist bereit, unsere Gesellschaft und die Zukunft zu gestalten. 🦉💚

Du bist schon lange aus der Schule raus, möchtest aber trotzdem mit dabei unterstützen die Schule als Ort nachhaltig zu verändern?

Dann werde aula-Botschafter*in! Die nächste Ausbildungsrunde startet im September. [Link zur Anmeldung]

 


Menschen stehen im Kreis und legen ihre Hände übereinander. Es soll Resilienz in der Gemeinschaft signalisieren.

Wächst Resilienz, wenn Teilhabe möglich wird?

In Zeiten wachsender Unsicherheiten, gesellschaftlicher Spannungen und digitaler Überforderung wird eine Fähigkeit für junge Menschen immer zentraler: Resilienz – also die Fähigkeit, mit Unsicherheiten, Konflikten und Wandel umzugehen. Sie ist nicht einzig und alleine eine individuelle Stärke, denn sie entsteht nicht im luftleeren Raum. Resilienz wächst dort, wo Menschen erleben, dass ihre Umgebung mit ihnen rechnet. Dass ihre Perspektive zählt. Dass sie handeln können, auch wenn die Umstände herausfordernd sind.

An Schulen fehlt es dafür oft nicht an Engagement, sondern an strukturellen Voraussetzungen. Strukturelle Ungleichheiten, komplexe Alltagsrealitäten und dauerhaft hohe Anforderungen führen dazu, dass sich Perspektiven verengen. Perspektivlosigkeit entsteht nicht, weil niemand etwas will – sondern weil Systeme es schwer machen, am Wollen festzuhalten.

Widerstandskraft beginnt mit Beteiligung

Junge Menschen, die erleben, dass ihre Stimme Gewicht hat, entwickeln ein anderes Verhältnis zu sich selbst – und zu ihrer Umwelt. Wer mitentscheiden darf, wer Verantwortung übernehmen kann, findet leichter Halt, auch wenn die Umstände fordernd sind.

Diese Erfahrung ist eine Grundbedingung für demokratisches Zusammenleben – und sie wirkt auf vielfältige Weise zurück: auf Lernmotivation, Konfliktfähigkeit, Engagement und sozialen Zusammenhalt. Resilienzförderung und Demokratiebildung gehören zusammen. Besonders dort, wo Teilhabe nicht selbstverständlich ist.

Genau hier setzen wir mit aula an: einem digital gestützten Beteiligungskonzept, das Schüler*innen echte Mitbestimmung ermöglicht. Von der Idee über den Aushandlungsprozess bis zur Umsetzung eigener Projekte erleben junge Menschen bei aula konkret, wie sie etwas in ihrem Alltag bewegen und Verantwortung übernehmen können – und dass Demokratie kein theoretisches Konstrukt ist, sondern einen festen Platz im Alltag haben kann.

Teach Democracy

Um dieses Potenzial auch gezielt an Schulen in Herausfordernder Lage zu bringen, entwickeln zusammen mit dem Team von Teach First Deutschland TeachDemocracy – und bringen es gemeinsam mit ihren Fellows an Schulen. Unser Ziel: Schulen in herausfordernder Lage bedarfsoriente und effektive Tools und Methoden an die Hand zu geben, um Teilhabe lebendig, wirksam und nachhaltig zu gestalten.

Ausgezeichnet mit dem Traumtaler

Dass wir mit TeachDemocracy auf dem richtigen Weg sind, zeigt auch die Anerkennung durch die Deutsche Postcode Lotterie, die unser Projekt mit dem „Traumtaler 2024“ ausgezeichnet hat. Die Auszeichnung unterstützt Initiativen, die gesellschaftliche Herausforderungen mit neuen Wegen angehen – und Demokratie dort stärken, wo sie besonders gebraucht wird. Wir bedanken uns herzlich für dieses Zeichen des Vertrauens. Und sehen es als Auftrag, weiterzugehen.

Fazit: Demokratie lernt man, indem man sie lebt

Wenn wir Resilienz und Demokratiebildung zusammendenken, geht es nicht um Methoden oder Modelle – sondern um die Frage, ob junge Menschen Selbstwirksamkeit erleben. Und ob wir ihnen zutrauen, Verantwortung zu übernehmen – gerade dann, wenn ihnen das gesellschaftlich oft abgesprochen wird.

Viele Schüler*innen an Schulen bringen genau das mit, was gesellschaftliche Zukunft braucht: Lebenserfahrung, Perspektivenvielfalt, Konfliktsensibilität, Widerstandskraft. Beteiligung und Förderung dürfen nicht dort enden, wo sie gebraucht werden. Schulen müssen an erster Stelle stehen – nicht am Ende.

👉 Jetzt handeln: Gemeinsam für mehr Demokratie an Schulen

Du möchtest informiert bleiben, wie wir demokratische Bildung und somit Resilienz in den Schulen voranbringen?

Abonniere unseren Newsletter und begleite aula auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit, mehr Beteiligung und einer gelebten Demokratie.

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Jetzt aula-Botschafter*in werden – Demokratiebildung an Schulen aktiv gestalten!

 Hier gehts zur Anmeldung

Wie können Schülerinnen und Schüler mehr Mitbestimmung im Schulalltag erleben? Mit aula wird Partizipation nicht nur gefördert, sondern aktiv gelebt! Damit die Umsetzung gelingt, bildet aula in Kooperation mit dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz im Frühjahr 2025 neue Botschafter*innen aus.

Wenn du deine Schule demokratischer gestalten möchtest, ist diese Ausbildung genau das Richtige für dich!

Was ist die aula-Botschafter*innen-Ausbildung?

Als aula-Botschafter*in bist du die zentrale Ansprechperson für Demokratiebildung an deiner Schule. Du unterstützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler dabei, aula erfolgreich einzuführen und Mitsprache nachhaltig zu verankern. Nach der Ausbildung kennst du die wichtigsten Schritte zur Umsetzung und kannst mit Unterstützung des aula-Teams eigenständig loslegen.

Termine und Ablauf der Ausbildung

Die kostenfreie Online-Ausbildung findet an zwei Terminen statt:

📅 13. März 2025 | 14:30 – 17:00 Uhr
📅 20. März 2025 | 14:30 – 17:00 Uhr

Jede Einheit dauert 2,5 Stunden und vermittelt praxisnahe Inhalte zur Implementierung von aula. Die Ausbildung ist landesweit gültig und wird vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz veranstaltet.

Warum lohnt sich die Teilnahme?

Zertifizierte Ausbildung durch das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz
Wichtige Kompetenzen für die Umsetzung von Demokratiebildung an Schulen
Direkte Unterstützung durch das aula-Team
Vernetzung mit anderen Botschafter*innen für den Austausch von Best Practices

Jetzt anmelden und Teil der aula Community werden!

Mach mit und werde Teil eines Netzwerks engagierter Menschen, die sich für eine demokratische Schulkultur einsetzen.

📢 Mach deine Schule demokratischer – werde aula-Botschafter*in!

🔗 Hier gehts zur Anmeldung.

Das Bild zeigt Schüler*innen, diese sitzen motiviert im Unterricht.

Gute Bildung hilft gegen Kinderarbeit

Vor über drei Jahren habe ich angefangen, mich gemeinsam mit meinem Freund gegen Kinderarbeit zu engagieren, er hatte damals eine Unterrichtsstunde zu dem Thema. Als wir daraufhin weiter über Kinderarbeit recherchiert haben, ist uns aufgefallen, wie wenig wir eigentlich über Kinderarbeit gelernt haben und was für ein weitreichendes Problem sie immer noch darstellt. Daraufhin haben wir unter anderem eine Website (www.fightchildlabor.de) gegen Kinderarbeit erstellt und Anfang 2024 auch einen Podcast gegründet. Da NGOs mich schon immer fasziniert haben und Bildung ebenfalls ein wichtiger Schritt gegen Kinderarbeit ist, bin ich auf aula gestoßen und freue mich nun hier mein Schülerpraktikum zu absolvieren. 

Gastbeitrag von Jonathan

aula ist eine gemeinnützige Organisation für Demokratiebildung an Schulen. Sie kümmert sich um Mitbestimmung für die Schülerinnen und Schüler – denn zur Schule gehen ist in Deutschland selbstverständlich und sogar Pflicht. Doch für manche Kinder auf der Welt sieht das ganz anders aus: 

Über 160 Millionen Kinder weltweit verrichten Kinderarbeit. Das ist jedes zehnte Kind der Welt. Als Kinderarbeit werden Arbeiten bezeichnet, für die Kinder entweder zu jung sind oder die gefährlich, ausbeutend oder aus anderen Gründen schädlich für ihre körperliche und seelische Entwicklung sind. Auch Arbeiten, die Kinder vom Schulbesuch abhalten, werden dazugerechnet.  

Kinderarbeit ist reeller als man denkt 

Kinderarbeit ist auch noch heute ein viel weitreichenderes Problem als viele denken. Für Kinder, die von Kinderarbeit betroffen sind, ist dies oft sehr gefährliche Arbeit. Ihr Alltag ist beispielsweise die Arbeit auf Kakaoplantagen, für 12 Stunden täglich oder in Kleidungsfabriken, umringt von Chemikalien. Von den 160 Millionen arbeitenden Kindern sind fast 80 Millionen, also gut die Hälfte, unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen tätig. Kinderarbeit kann viele verschiedene Formen annehmen, sodass sie in fast allen Branchen wiederzufinden ist. Rund um die Welt arbeiten Kinder in der Landwirtschaft, in Fabriken oder verrichten Hausarbeit. Entgegen vielen Klischees findet Kinderarbeit auch nicht nur in afrikanischen Ländern statt – sie ist das Problem fast aller Länder. Selbst in Industriestaaten wie den USA oder Italien gibt es immer wieder Verletzungen gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, wenn auch im geringeren Ausmaß. 

Wieso arbeiten Kinder? 

Umso wichtiger ist es, sich über Kinderarbeit zu informieren und zu wissen, wieso so viele Kinder arbeiten müssen. In den meisten Fällen führt die schlecht bezahlte Arbeit der Eltern Kinder auf die Plantagen und in die Fabriken, um die Familie über Wasser halten zu können. Ohne diese Arbeit könnten viele Familien schlichtweg nicht überleben. Der Besuch der Schule rückt dadurch in den Hintergrund und wird vernachlässigt. Es bildet sich ein Teufelskreis, der die Kinder durch die mangelnde schulische Ausbildung später ebenfalls in die unterbezahlten Arbeitsbereiche lotst, in denen bereits ihre Eltern tätig waren und aus denen sie kaum eine Chance haben auszubrechen. Der Mangel an sozialen Sicherheitssystemen begünstigt diese Umstände, sodass eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass auch Ihre Kinder diesen Kreislauf später fortsetzen werden.  

Natürlich gibt es aber auch noch andere Ursachen für Kinderarbeit. Diese betreffen zum Beispiel Diskriminierung, beispielsweiser indigener Volksgruppen, denen die Kinder angehören. Denn diese werden in manchen Ländern leider immer noch ungleich gegenüber der Mehrheit behandelt und landen so in den untersten sozialen Schichten. Migration ist ebenfalls ein Grund: viele Kinder kommen teils auch illegal in andere Länder, wo sie dann mangels sozialer Einrichtungen oder Ähnlichem, Geld zum Überleben verdienen müssen. Politische Gegebenheiten sind also auch Ursachen für Kinderarbeit. Das betrifft auch das Bildungssystem, die humanitäre Situation oder die Regierungsform des jeweiligen Landes. 

Das EU-Lieferkettengesetz 

Die Bekämpfung von Kinderarbeit ist aber nicht einzig und allein Aufgabe der betroffenen Länder – nicht zuletzt durch die Globalisierung sind die Industriestaaten, wie wir in Deutschland, mitverantwortlich an der weltweiten Kinderarbeit. Daher haben auch wir eine Pflicht, weltpolitisch gegen Kinderarbeit vorzugehen. Ein guter Schritt in die richtige Richtung ist das EU-Lieferkettengesetz. Nachdem 2023 bereits das deutsche LKG1 in Kraft getreten ist, zeigte auch die Europäische Union Anfang 2024 Interesse an einem Lieferkettengesetz.  

Dies sollte für Sorgfalt und Transparenz in der Lieferkette, also dem gesamten Entstehungsweg eines Produktes, von großen Unternehmen sorgen und so dabei helfen, unter Anderem Kinderarbeit zu minimieren. Nachdem sich die Mitgliedsstaaten bereits im Dezember 2023 mündlich auf einen Gesetzesentwurf geeinigt hatten, machte die ehemalige Regierungspartei FDP im Februar 2024 einen Rückzieher. Begründet wurde dies mit der Notwendigkeit, Arbeitgeber und Wirtschaft zu stärken. Dieser Schritt führte dazu, dass Deutschland den Gesetzesentwurf, nicht mehr unterstützte – mit weitreichenden Folgen: Auch Italien und daraufhin zahlreiche kleinere Länder nahmen Abstand von der Idee eines EU-Lieferkettengesetzes, sodass das Gesetz die Mehrheit von 15 Staaten mit einem Bevölkerungsanteil von 65% verfehlte und scheiterte. 

Der Kompromissvorschlag 

Der Gesetzesentwurf wurde daraufhin überarbeitet und angepasst, sodass ein Kompromiss zustande kam, der unter Anderem Italien überzeugte und so auch ohne Deutschland eine Mehrheit gefunden werden konnte. Diese Anpassung schwächte das Gesetz ab., beispielsweise gilt das Gesetz nun erst für Unternehmen ab 1000 statt 500 Mitarbeitenden und einem jährlichen Umsatz von 450 statt 150 Millionen Euro. Dennoch ist ein EU-weites Gesetz, welches große Unternehmen zur Sorgfalt in ihrer Lieferkette verpflichtet trotz der notgedrungen Abstriche viel wert. Dass das Gesetz es trotz des starken Gegenwinds durch das EU-Parlament geschafft hat, ist ein großer Erfolg und ein Fortschritt, mit dem selbst Expert*innen nicht gerechnet haben.