Beteiligungsaktion #BeyondTheFeed

Eine Umfrage unter jungen Menschen zu Social Media und Jugendschutz

Von aula gGmbH

Warum wir diese Umfrage jetzt machen

Wie wir als Gesellschaft mit Social Media umgehen, wird derzeit intensiv diskutiert – von Altersbeschränkungen über Nutzungsregeln bis hin zu möglichen Verboten. Diese Debatten werden meist aus Perspektiven von Politik, Wissenschaft und Erwachsenen geführt.

Dabei betrifft das Thema vor allem junge Menschen selbst. Ihre Stimmen dürfen in dieser Diskussion nicht fehlen. Sie haben nicht nur ein Recht darauf, beteiligt zu werden – sie sind auch Expert*innen für ihren eigenen Alltag und ihre (digitalen) Lebenswelten.

aula setzt sich seit 2014 für verbindliche Schülerbeteiligung ein. Für uns ist es daher selbstverständlich, auch bei politischen Fragen die Perspektiven junger Menschen sichtbar zu machen. Mit #BeyondTheFeed wollen wir genau das: zuhören, sensibilisieren und Stimmen sammeln, die über einfache Dafür-oder-Dagegen-Positionen hinausgehen.

Was wir bisher wissen 

Insgesamt haben sich 1521 Personen an der Umfrage beteiligt, 977 davon vollständig. Für die Auswertung konzentrieren wir uns auf die Perspektiven junger Menschen bis 21 Jahre. Mit diesen Voraussetzungen umfasst die Stichprobe 855 Teilnehmende.

Die Teilnehmenden kommen aus ganz Deutschland, mit Schwerpunkten in:

  • Nordrhein-Westfalen (272) 
  • Bayern (140) 
  • Berlin (57) 
  • Niedersachsen (49) 
  • Baden-Württemberg (38) 
  • sowie weiteren Bundesländern in kleineren Anteilen 

Damit zeigt sich bereits: Die Umfrage erreicht junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Kontexten. Auch die Altersverteilung deckt verschiedene Altersgruppen ab – von jüngeren Schüler*innen bis hin zu jungen Erwachsenen.

Balkendiagramm mit grünen vertikalen Balken zeigt die Altersverteilung der Teilnehmenden. Die X-Achse ist mit Altersangaben von 10 bis 20 Jahren beschriftet, die Y-Achse gibt die Anzahl der Teilnehmenden an und reicht bis 160. Die höchsten Balken stehen bei den Altersgruppen 13 und 14. Rechts daneben befindet sich eine Tabelle mit zwei Spalten: Bundesland und Anzahl. Nordrhein-Westfalen steht oben mit 270, gefolgt von Bayern mit 77 und Berlin mit 58. Weitere Bundesländer und Zahlen sind aufgelistet. Oben links steht das Wort 'TEILNEHMENDE', oben rechts das Logo mit einer stilisierten Eule und dem Schriftzug 'aula'.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirkung von Social Media auf die psychische Belastung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind bisher nicht eindeutig. Es konnten Zusammenhänge zwischen intensiver Nutzung und psychischer Belastung gezeigt werden (z.B. Pettitt et al., 20201). Allerdings sind diese Zusammenhänge schwach und bisher rein korrelativ, d.h. es ist unklar, ob belastete Jugendliche eher mehr Social Media nutzen oder ob Social Media für die Belastung verantwortlich ist. Häufig wird auch kritisiert, dass andere Einflussfaktoren in der Diskussion ausgeblendet werden, wie die Pandemie, Kriege oder die wirtschaftliche Lage (z.B. Hutmacher et al., 20232). Przybylski & Weinstein (20173) zeigten, dass es Jugendlichen, die Social Media intensiv nutzten, schlechter ging. Aber Jugendlichen, die Social Media gar nicht nutzten, ging es ebenfalls schlechter als ihren Gleichaltrigen. Die Idee, dass es einen gesunden Rahmen gibt, wo Jugendliche von der Teilhabe profitieren, nannten die Forscher die Goldilocks-Hypothese.

Gleicheichzeitig haben viele große Plattformen seit 2017 verstärkt auf Mechanismen gesetzt, die suchtfördernd sind (z.B. Roberts et al., 20254) und damit eine übermäßige Nutzung fördern.

Es steht also außer Frage, dass Jugendschutz in Bezug auf Social Media ein wichtiges Thema ist. Der Schritt eines Verbots von Social Media für Kinder ist ein massiver Einschnitt in die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen und geht mit einschneidenden technischen Maßnahmen für sämtliche Nutzenden einher, die auch Datenschutzfragen aufwerfen. Darum muss dieses Thema sehr gründlich debattiert werden.

In der Debatte darf nicht die Stimme derjenigen fehlen, um die es zentral geht. Junge Menschen haben nicht nur ein verbrieftes Recht darauf, an Entscheidungen über ihr Leben beteiligt zu werden. Sie sind auch Expert*innen für ihren Alltag und ihre Lebenswelt.

Was wir aus den Antworten lernen können

Schon jetzt zeigt sich: Social Media ist fester Teil des Alltags vieler junger Menschen – wird aber unterschiedlich verstanden. In den Antworten wird deutlich, dass die Grenzen unscharf sind: Gehören Messenger dazu? Oder Spiele wie Roblox oder Fortnite mit sozialer Interaktion? Genau diese Unklarheit ist ein wichtiges Ergebnis, weil sie die Vielfalt digitaler Lebenswelten sichtbar macht.


Wie es weitergeht

Das Umfrage ist ausgewertet! Am 16.04.2026 haben wir das Ergebnis beim Parlamentarischen Frühstück vorgestellt und sie mehreren Bundestagsabgeordneten präsentiert. Mit dabei waren Schüler*innen einer aula-Schule. Wir haben mit ihnen Schüler*innen über unsere Erkenntnisse diskutiert. Außerdem haben wir Salon 5, der Jugendredaktion von correctiv die Ergebnisse exklusiv bereitgestellt. Schau mal hier ⬇️

Das alles machen wir gerade zusätzlich zu unserer eigentlichen Arbeit. Das kostet das aula-Team zusätzlich Zeit und Ressourcen. Damit die jungen Stimmen gehört werden und Wirkung entfalten können, brauchen wir auch deine Unterstützung. Hilf uns, politische Entscheidungsträger*innen und Schulen nachhaltig miteinander ins Gespräch zu bringen und  Beteiligung zu fördern – mit deiner Spende.

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