Wie aula junge Menschen zu Gestalter*innen macht

Mit aula bekommen junge Menschen die Möglichkeit, Beteiligung im Schulalltag zu leben. Durch didaktische Begleitung und eine Online-Plattform machen sie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, übernehmen Verantwortung und entwickeln Gestaltungskompetenzen. Schulen werden mit Materialien und einem Begleitprogramm dabei unterstützt, eine dauerhafte, partizipative Schulkultur zu entwickeln.


Mitbestimmung in der Schule: Demokratiebildung mit aula erleben

Mitbestimmung in der Schule beginnt oft mit einer ganz einfachen Frage: Wie soll unsere Schule eigentlich sein? Sauberere Toiletten, ein gemeinsamer Sporttag oder mehr interaktive Formate im Unterricht, sind nur einige der unzähligen wilden Ideen die die Veränderung bringen können. Mit aula können Schüler*innen ihre Ideen einbringen, gemeinsam diskutieren und gemeinsam Entscheidungen treffen. So wird Demokratiebildung im Schulalltag erlebbar, Partizipation greifbar und Schule zu einem Ort, an dem junge Menschen Verantwortung übernehmen und Veränderung gestalten.


Schule als fremdbestimmter Ort

Den eigenen Stundenplan mitgestalten oder sogar an der Unterrichtsgestaltung beteiligt sein? Mitbestimmung im Unterricht ist eher selten möglich. Unsere über 10 Jahre aula-Erfahrung, aber auch aktuelle Studien machen das immer wieder deutlich: In Beteiligung steckt ein unausgeschöpftes Potenzial. Denn wenn Schüler*innen zur Mitgestaltung ihres Schulalltags ermutigt werden, lernen sie Verantwortung zu übernehmen, entwickeln sie Zutrauen, erleben Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit. Auch hat Teilhabe einen Nachweislichen Effekt auf das schulische Wohlbefinden und auf die Lernbereitschaft.

Dennoch sieht der Alltag gerade anders aus. Für viele Schüler*innen gibt es nur wenige Möglichkeiten mitzubestimmen. Entscheidungen werden meist von anderen für Sie getroffen. Dabei betrifft sie doch so vieles, was im Schulalltag geschieht. Außerdem sind sie eine ungenutzte Quelle der Verbesserungsvorschläge. Immerhin sind sie Expert*innen ihrer eigenen Welt.

Im aktuellen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung geben 80% der Schüler*innen an, kaum bei Unterrichtsthemen oder Prüfungsformaten mitreden zu können. Bei Klassenregeln und schulischen Aktivitäten und Projektwochen ist die Einschätzung etwas höher, aber mit 34% und 19% auch relativ gering. Eine deutliche Mehrheit (64% – 74%) wünsche sich hingegegen mehr Mitbestimmung in nahezu allen schulischen Bereichen.

aula macht demokratische Teilhabe in der Schule möglich – Über unsere digital gestütztes Beteiligunskonzept können Schüler*innen und Lehrkräfte ihre Ideen einbringen, diskutieren und abstimmen. So wird Mitbestimmung systematisch zu einem festen Bestandteil der Schulkultur.

Von der wilden Ideen zur sichtbaren Veränderung

Los geht der aula-Prozess mit den wilden Ideen Phase, einer Art Brainstorming und Raum für Kreativität. Wilde Ideen können zu jedem Thema sein, völlig unsortiert. Als Schülerin kann ich mit wenigen Sätzen eine Idee beschreiben und online stellen. Langwierige Begründungen sind nicht nötig. Wir wollen die Schwelle der Beteiligung bewusst sehr niedrig. halten. Die Mitschülerinnen können nun zwei Dinge tun: Sie können die Idee Liken und damit ausdrücken, dass sie prinzipiell an diesem Vorschlag interessiert sind. Dadurch zeigt sich recht schnell, welche Ideen vielleicht Quatsch sind und worin eine ernsthafte Idee steckt. Wenn eine wilde Idee also genug Likes bekommt, kommt diese in die nächste Phase. Jetzt wird ernsthaft Diskutiert.

In der Diskussion wird die Idee weiterentwickelt. Hier ist Raum und Zeit für Verbesserungsvorschläge. Sie wird nun ausführlicher beschrieben, offene Fragen werden geklärt und ein erster Projektplan wird entwickelt.

Bevor es zu einer Abstimmung kommt, findet noch eine Überprüfungs-Phase statt. Die Schulleitung oder eine von ihr beauftragte Person überprüft für jede Idee einzeln, ob sie umsetzbar ist. Die Grundlage für diese Entscheidung ist der aula-Vertrag. Er legt klare Regeln für die Mitbestimmung fest, z.B. ihre Möglichkeiten und Grenzen fest. Vor der aula-Einführung wird dieser von Schüler*innen, Lehrkräften und Schulleitung gemeinsam erarbeitet und beschlossen. Denn es geht nicht darum, welche Präferenz die Schulleitung hat ob ihr eine Idee gefällt oder nicht. Es geht alleine um die Bestellung, ob die Idee den Kompetenzrahmen der Schule generell übersteigt, gegen das Gesetz verstößt oder ein anderes prinzipielles Hindernis vorhanden ist, das Kinder und Jugendliche möglicherweise nicht erfassen können.

Gibt die Schulleitung eine Idee frei, wird abgestimmt. Jede*r Schüler*in hat eine Stimme und kann sagen: Ich bin dafür, ich bin dagegen oder ich enthalte mich. Diese Phase ist zeitlich begrenzt und am Schluss stehen die Resultate. Ist das geschafft, steht der Umsetzung nichts mehr im Wege. Mitunter tritt jetzt eine interessante Entwicklung ein. Es ist zum Beispiel möglich, dass jemand eine fantastische Idee hatte, alle zugestimmt haben, es eine Mehrheit dafür gab. Und dann passiert… nichts.

Wie manchmal im richtigen Leben. Diese Entwicklung zuzulassen ist ein pädagogisch gewollter Effekt. Hier gilt es, vor allem für die Lehrkräfte, erst einmal Nerven zu bewahren. Ob und wie es weitergeht, hängt entscheidend von der Ursache des Stillstands ab.

Die Situation verdeutlicht nämlich zwei demokratische Prinzipien. Zum einen: Wenn ich nichts mache, passiert nichts. Und zum anderen: Ich fand die Idee so toll und habe dafür gestimmt, aber die Urheber erfüllen ihr Versprechen nicht. Dann muss ich eben selbst aktiv werden, nachfragen oder zum Beispiel Hilfe anbieten. Denn dadurch wird sehr einfach und eindrücklich klar, dass es eine Verantwortlichkeit aller gibt für das, was demokratisch entschieden wurden.

Mehr Engagement, mehr Vertrauen: Warum partizipative Schulen Zukunft gestalten

Das eine sind die konkreten Umsetzungen, die die Schule sichtbar verändert haben: Von der Abschaffung der Schuluniform, der Umgestaltung der Toiletten, kostenlosen Periodenprodukten oder die Benutzung von Lernzetteln, die in Klassenarbeiten und Prüfungen erlaubt wurden. Das bedeutete z.B. für diese Schule eine komplette Umstrukturierung und Neuausrichtung der Leistungsüberprüfung.

Aber vor allem hinterlässt die Erfahrung, dass die eigene Stimme gehört wird, Wirkung bei den Schüler*innen. In regelmäßigen Interviews sprechen wir mit aula-Schüler*innen über ihre Erfahrungen.
So berichten zwei aula-Schüler einer Berufsschule:

  • „Ich sehe es bei mir und auch bei anderen aus der Klasse, wir sind engagierter geworden, auch für andere Themen aus dem Leben. Ich kann mir vorstellen auch nach der Schule etwas nebenbei für die Gesellschaft zu tun. Vor allem für die demokratische Teilhabe.”
  • ”Durch aula habe ich erfahren, wie viel Vertrauen Lehrkräfte einem schenken können – das hätte ich vorher nicht gedacht!”

Eine partizipative Schulkultur kann entstehen, wenn die Schulgemeinschaft sich gemeinsam auf den Weg macht. Mit aula haben Schüler*innen die Möglichkeit, ihre Ideen für alle sichtbar einzubringen, die Beteiligung ist verbindlich und der Beteiligungsrahmen transparent. Die Veränderungen, die sie so bewirkt haben, erleben sie jeden Tag in der Schule. Diese Erfahrungen begleiten sie auch über die Schule hinaus und machen sie zu Gestalter*innen von morgen.


📢 Eine partizipative Schulkultur für deine Schule?

Wenn du dir vorstellen kannst, demokratische Strukturen auch an deiner Schule zu stärken, melde dich gern bei uns: Wir teilen Erfahrungen, Materialien und nächste Schritte, wie Beteiligung nicht nur möglich, sondern verlässlich wird. 💚🦉aula.de/kontakt


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